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Erfahrungsberichte

 

Die Erfahrungen, die viele Menschen mit Ämtern und Behörden machen müssen sind leider nicht immer positiv.


In dieser Rubrik wollen wir vor allem auch Betroffene animieren uns ihre positiven Erfahrungen zu schreiben. Ziel ist es den Hardlinern unter den Sachbearbeitern und ihren Vorgesetzten deutlich zu machen, dass es auch anders geht. Selbstverständlich werden aber auch Ihre weniger guten Erfahrungen hier abgebildet. Schreiben Sie uns an:


Bundesverband Arbeit und Soziales e.V.

Kennwort: Erfahrungsbericht

Gartenstr. 62

34125 Kassel


Bitte vergessen Sie Ihren Absender und Ihre Rückrufnummer für eventuelle Rückfragen nicht.

Haben Sie bitte auch Verständnis dafür, dass wegen der Gefahr von Viren und Trojanern keine E-Mails geöffnet werden. Wir freuen uns auf zahlreiche Zuschriften.



Meine persönlichen Erfahrungen als Begleiter und als Betroffener mit dem kasseler Amt für Arbeitsförderung (AfK), dem Arbeitsamt und dem Sozialamt sind durchaus positiv. In den von mir persönlich begleiteten Fällen und auch bei mir selbst als Betroffener konnte stets eine zufriedenstellende Lösung für das jeweilige Problem gefunden werden. Auch die von mir angetroffenen und angesprochenen Sachbearbeiter waren sachlich bis freundlich und stets lösungsorientiert.


Beispielhaft nachstehend 2 Fälle aus Kassel:


Unbürokratische Hilfe für Familie, die ohne Geld im Ausland festsaß


Aus der Ferne rief mich eine Familie aus Kassel an, die in Kroatien festsaß. Um Urlaub zu machen und Familienangehörige zu besuchen sind Sie dort hin gefahren. Die Rückreise sollte mit den Leistungen des Amts finanziert werden, die die Familie zur Sicherung des Lebensunterhalts zu jedem Monatsende erhält. Der Urlaub war nach Angabe der Familie vom Amt genehmigt. Da jedoch offensichtlich das Amt die Zahlungen eingestellt hat, konnte die Familie die Rückreise nicht wie geplant finanzieren und saß fest. Nachdem ich mich mit der zuständigen Sachbearbeiterin im Amt in Verbindung gesetzt hatte, stellte diese fest, dass mehrfach fehlende Unterlagen angefordert wurden, die jedoch nicht eingereicht wurden. Nach entsprechender Androhung wurde die Zahlungen deshalb nun eingestellt. In den Akten befand sich aber auch die Genehmigung des Urlaubs. Ich argumentiert, dass die Familie offensichtlich wegen der Reisevorbereitungen den wichtigen Abgabetermin für die Unterlagen versäumt hatte. Unbürokratisch entschied die Sachbearbeiterin, die Sperre sofort aufzuheben, damit die Familie nach Kassel zurück reisen konnte. Auch würde eine erneute Sperre nicht eintreten falls die Familie sofort nach der Rückkehr die erforderlichen Unterlagen nachreicht.


Leistungsbewilligung auch wenn die erforderlichen Unterlagen nicht vorgelegt werden konnten


In einem Anderen Fall wurde ich von einem Mann um Hilfe gebeten, dessen Leistungen nach dem SGB XII eingestellt wurden, weil er angeblich arbeitsfähig sei und neue Anträge nach dem SGB II stellen sollte. Nach meinem Eindruck hatte der Mann jedoch massive Suchtprobleme und war nicht arbeitsfähig. Der Hausarzt verweigerte dem Betroffenen jedoch eine entsprechende ärztliche Bestätigung, die für die Weiterzahlung der Leistungen nach dem SGB XII notwendige gewesen wäre. Er traute sich nicht gegen ein anders lautendes amtsärztliches Gutachten zu attestieren und schickte den Mann erneut zur amtsärztlichen Untersuchung. Die Amtsärztin revidierte das vorangegangene Gutachten und teilte die Einschätzung des Hausarztes. Wegen technischer Probleme konnten jedoch die entsprechenden Untersuchungsergebnisse und Befunde der Amtsärztin nicht ausgedruckt werden. Somit bekam der Mann die für die Weiterbewilligung der Leistungen nach dem SGB XII erforderlichen Unterlagen nicht. Diese waren auch für ein entsprechendes Gutachten des Hausarztes notwendig. Ich begleitete den Mann erneut zur Amtsärztin. Nach kurzer Erörterung der Sachlage war es dann kein Problem die Sache telefonisch zu regeln. Der Mann erhielt wieder Leistungen nach dem SGB XII.



Durchwachsener sieht dagegen die Bilanz im JobCenter Burgdorf, einer Zweigstelle der ARGE Hannover aus.


Junger Familienvater erhielt angestrebte Weiterbildungsmaßnahme


Ein junger Familienvater strebte eine Weiterbildungsmaßnahme an, die er für den angestrebten Beruf dringend benötigte. Gleichzeitig mussten die Leistungen für die Familie nach dem SGB II weiter bewilligt werden. Das Gespräch mit dem durchaus verständnisvollen und freundlichen Sachbearbeiter führte schnell zum gewünschten Ergebnis. Mittlerweile hat der Familienvater seine angestrebte Maßnahme abgeschlossen und hat eine selbständige Tätigkeit in seinem Beruf begonnen. Es bestehen gute Chancen, dass die Familie schon bald von den Einkünften aus dieser Tätigkeit leben kann und keine ergänzenden Leistungen nach dem SGB II mehr braucht.


Junger Mutter wurde die notwendige Unterstützung für eine sinnvolle 2. Berufsausbildung verweigert.


Im Fall einer jungen Mutter, die eine zweite Ausbildung begonnen hatte, war der Amtsleiter persönlich dafür verantwortlich, dass eine durchaus mögliche Lösung, die auch von den Sachbearbeitern unterstützt wurde nicht verwirklicht werden konnte.

Vor einigen Jahren war die Lage am Ausbildungsmarkt deutlich angespannter als heute. Deshalb entschied sich die junge Frau auf Anraten der Ämter eine Ausbildung in einem wenig geliebten Beruf zu absolvieren. Auch wenn dieser Beruf keine Zukunftsperspektiven bot, so ist dies immer noch besser als gar keine Ausbildung – dachte sie. Die Frau schloss die Ausbildung ab. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Denn so konnte der Amtsleiter ihr die Leistungen komplett streichen als die Frau auf eigene Initiative eine 2. Ausbildung begonnen hat. Dies war durchaus mit dem Amt abgesprochen. Jedoch wurde die Frau nicht darüber aufgeklärt, dass das Amt grundsätzlich keine 2. Ausbildung unterstützen muss, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für sie und ihr Kind wurden komplett gestrichen. Zwar hatte die Frau Anspruch auf Wohngeld, jedoch blieb mit Wohngeld und Ausbildungsvergütung noch eine Finanzlücke zum tatsächlichen Bedarf von 300 bis 400 Euro im Monat, die die Frau nicht überbrücken konnte. Auch der Arbeitgeber setzte sich für die junge Frau ein und konnte nicht nachvollziehen warum die Ausbildung aus finanziellen Gründen abgebrochen werden muss. Dabei gibt es durchaus die Möglichkeit von Ausnahme- und Härtefallregelungen. Auch eine Kulanzlösung wäre meiner Überzeugung nach möglich gewesen. Doch der Amtsleiter zahlte lieber die volle Hartz-IV-Leistung als eine um die Ausbildungsvergütung verringerte ergänzende Leistung. Vergeblich versuchte ich den Amtsleiter umzustimmen und schaltete die Presse ein. Im ursprünglich erlernten Ausbildungsberuf als Hauswirtschaftsassistentin hat die Frau praktisch keine Chance jemals sich und ihr Kind ohne staatliche Unterstützung versorgen zu können. Der angestrebte 2. Beruf als Kauffrau für Bürokommunikation hätte ihr erheblich bessere Zukunftsperspektiven geboten. Obwohl sowohl der Arbeitgeber als auch die Bundestagsabgeordneten des Wahlbezirks von SPD und CDU sich für die Frau einsetzten war sie leider nicht bereit den Kampf gegen den Amtsleiter aufzunehmen und verzichtete auf die 2. Ausbildung.


Sehen Sie dazu auch den entsprechenden Artikel in der Presse.


 

 

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 15. March 2011 )
 
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