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Stiftung Sozial-Kredit (SSK)

Mit der Stiftung Sozial-Kredit will der Bundesverband Arbeit und Soziales e.V. Menschen helfen für die durch die Hartz-IV-Gesetzgebung ganz besondere Härten entstanden sind.

Thomas Lindlmair vom Bundesverband Arbeit und Soziales sind schon einige bittere Härtefälle im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bekannt geworden.  Beispielsweise kommt es vor, dass Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) durch den Tod von Vater und/oder Mutter zu Miterben des Elternhauses werden. Treten die betroffenen Personen ihr Erbe an, so gilt es als Einkommen, das sie aufzehren müssen wenn es zur Auszahlung des Erbanteils kommt. In schlimmeren Fällen ist es schon zu Zwangsversteigerungen des Elternhauses gekommen. Es gibt Hartz-IV-Bezieher, die ihre Eltern bis zu ihrem Tod unterstützt und gepflegt haben. In anderen Fällen ist es ein tragischer Unfall, der den Erbfall eintreten lässt. In allen diesen Fällen geraten die Betroffenen in eine Zwickmühle, aus der es kein Entrinnen gibt. Oft geht das Elternhaus und die eigene Wohnung verloren, weil die Auszahlung der anderen Erben nicht möglich ist.

Die Stiftung Sozial-Kredit will in diesen oft tragischen Härtefällen helfen. Dazu werden Stifter gesucht, die bereit sind sich sozial zu engagieren. Dabei können die Stifter selbst Darlehen geben, mit denen die Stiftung die Häuser mit Rückkaufrecht und Wohnrecht für die Betroffenen erwirbt. Die von den Härten von Hartz IV betroffenen Menschen werden Mieter in ihrem Elternhaus und können dort wohnen bleiben.

Für Stifter und den Betroffenen Menschen könnte ein Beispiel so aussehen:

Kapitalbedarf um die anderen Miterben einer Erbengemeinschaft auszahlen zu können: 50.000 Euro.

Die Stiftung übernimmt mit Hilfe der Stifter und Darlehensgeber das Elternhaus und die Miterben werden ausgezahlt. Das dafür benötigte Kapital von 50.000 Euro zuzüglich Notarkosten ectr. wird im Grundbuch erstrangig abgesichert. Die Betroffene Person erhält einen Mietvertrag im Rahmen der Regelungen der Hartz-IV-Gesetzgebung. Das Amt zahlt nun die Miete (Kosten der Unterkunft). In den aller meisten Fällen ergibt sich sogar eine ordentliche Verzinsung des Kapitals. Zudem ist in vielen Fällen sogar aus der vom Amt erbrachten Leistung eine Tilgung der Darlehen möglich.
Sobald der Betroffene wieder selbst eine Arbeitsstelle findet oder in Altersrente geht, kann er das Elternhaus zurückkaufen.

Das Risiko für Stifter und Darlehensgeber ist dabei äußerst gering. Zum Einen sind die Häuser ein vielfaches der benötigten Summe wert, zum Anderen ergibt sich aus den Leistungen des Amts auch eine Rendite und oft ist sogar eine Tilgung möglich.

Auf diese Weise wird es möglich den Betroffenen Menschen ihr Erbe zu erhalten und gleichzeitig wird einer späteren Altersarmut vorgebeugt. Die Zeit bis diese Menschen wieder einen Arbeitsplatz finden oder in Altersrente gehen können wird überbrückt.

Thomas Lindlmair vom Bundesverband Arbeit und Soziales e.V. ist sich sicher, dass der Gesetzgeber derartige Härtefälle bei der Einführung von Hartz IV nicht gewollt hat. Die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe lässt derzeit aber für die Betroffenen keine Härtefallregelung, die den Erhalt des Elternhauses im Erbfalle ermöglichen würde, zu.  Über die Stiftung Sozial-Kredit soll hier Abhilfe geschaffen werden und für die Betroffenen, für die Stifter und Darlehensgeber, und für die Allgemeinheit ein Win-Win-Effekt entstehen.

Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 15. December 2010 )
 
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